Tipps zur Vermeidung von Gesundheitsschäden im Handwerk, Teil 2

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Problemzone Knie

Im ersten Teil der Reihe „Tipps zur Vermeidung von Gesundheitsschäden“ haben wir Ihnen Tipps zur Vermeidung und Vorbeugung von Rückenschmerzen gegeben. Heute möchten wir etwas genauer auf die zweite, beim Fliesenleger oft belastete Stelle am Körper eingehen: Die Knie!

Knien und Hocken sind Dauerstress für unsere Knie. Besonders anfällig für Schäden auf Grund dieser Positionen sind die Menisken und Schleimbeutel. Beide federn vermehrten Druck und Stöße ab, welche bei bestimmten Bewegungen (z.B auch in einer tiefen Hocke oder im Fersensitz) auf unseren Körper und unsere Knie einwirken.

Trägt man zusätzlich noch schwere Lasten oder führt parallel Drehbewegungen aus, so werden die Menisken stark gereizt und können im schlimmsten Fall sogar reißen. Erste Anzeichen für Schädigungen des Knies sind Schwellungen und Rötungen der Haut. Diese sollten durchaus Ernst genommen werden um langfristige Probleme wie Entzündungen oder Verkalkungen (Bursitis) zu verhindern.

Druckverteilung im Knie im Normalzustand vs. im Fersensitz/in der tiefen Hocke: Während der Druck in der aufrechten Position (linkes Bild) schön gleichmäßig verteilt wird, fällt der Druck in der angewinkelten Position (rechtes Bild) verstärkt auf einem Punkt des Knies an. Diese Extrem-Position kann auf Dauer zu Schäden führen.

Daher gilt:

  1. Vermeiden Sie Drehbewegungen während sie hocken.
    Idealerweise zeigen Nasenspitze, Brustbein, Knie und Fußspitze in die gleiche Richtung während sie in der Hocke sitzen.
  2. Sorgen Sie für Ausgleichsbewegungen während der Arbeit. Stehen Sie auf, gehen Sie ein kleines Stück oder strecken Sie ihre Beine mal ganz bewusst aus.
  3. Passen Sie ihre Arbeitshöhe an z.B durch den Einsatz von Montagetischen oder anderen technischen Hilfsmitteln, um die Zeit in der Sie knien so minimal wie möglich zu halten.
  4. Versuchen Sie sich an alternativen Positionen:– Einseitiges Knien ist dem beidseitigen Knien oder dem Fersensitz vorzuziehen.
    – Bei Arbeiten z.B unter Heizungen ist es besser auf dem Bauch zu arbeiten als im Fersensitz mit verdrehtem Oberkörper
    – Weitere alternative Möglichkeiten:

    Alternative Sitzmöglichkeiten. Bringen Sie mehr Abwechslung in ihren Arbeitsalltag
  5. Achten Sie aus ausreichende Polsterung (Knieschutz)

 

Der Knieschutz

Der Knieschutz sollte idealerweise fest in die Kleidung eingenäht sein. Ist er das nicht, sollte er mit Bändern festgezogen werden um einen guten Sitz zu gewährlsieten. Ein Knieschutz muss gut passen, also mindestens die Kniescheibe und den Schienbeinhöcker bedecken. Idealerweis sollten Knieschutze normgeprüft sein und das CE-Zeichen tragen.

Generell gilt:

Versuchen Sie bei körperlichen Problemen schnellstmöglich eine Lösung zu finden oder Abhilfe zu schaffen um so einer Verschlechterung bzw. Gesundheitsgefährdung vorzubeugen. Das bedeutet nicht zwingend, dass Sie etwas an ihrer Arbeitsweise verändern müssen – Vielleicht ist es schon ausreichend, ab und an aufzustehen oder die Fliesen in Zukunft auf einer Erhöhung zu schneiden. Egal wie klein die Veränderung auch sein mag, ihrem Körper wird sie in jedem Fall gut tun. Schmerzen werden chronisch und betreffen dann nicht mehr nur ihren Arbeitsalltag sondern auch ihre Freizeit.

HÖREN SIE AUF DIE ZEICHEN IHRES KÖRPERS!

 

Quellen:
Quelle 1:
https://downloadcenter.bgrci.de/resource/downloadcenter/downloads/Li011_Gesamtdokument.pdf#
Quelle 2:
 https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/gift-fuer-gelenke-182420/

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